Rezensionen für Dein Buch bei Amazon: Was erlaubt ist und was nicht

Stand: Oktober 2026
Dein E-Book ist online, vielleicht hast Du schon die ersten Verkäufe gesehen, aber unter Deinem Buch steht immer noch „Keine Kundenrezensionen“?
Dann bist Du hier richtig.
Irgendwann stolpert jeder Selfpublisher über Angebote wie „50 Fünf-Sterne-Rezensionen für 29 Euro“ oder über Gruppen, in denen Autoren Bewertungen tauschen. Das klingt verlockend, wenn das eigene Buch ohne Sterne dasteht. Es kann Dich aber Dein Amazon-Konto kosten.
In diesem Beitrag zeige ich Dir, wie Du Amazon-Rezensionen für Dein Buch bekommst, ohne gegen Regeln zu verstoßen. Du bekommst die aktuellen Regeln von Amazon, drei Mustertexte zum Kopieren und einen kurzen Test, mit dem Du prüfst, welche Aktion erlaubt ist. Und ich zeige Dir meine eigenen Zahlen, damit Du weißt, was realistisch ist.
Ich verkaufe selbst fünf E-Books bei Amazon. Werbelinks gibt es hier keine.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Erlaubt: alle Leser neutral um ihre ehrliche Meinung bitten, im Buch und per E-Mail.
- Erlaubt: kostenlose Rezensionsexemplare (Gratis-Exemplare für Leser), solange Du keine Rezension verlangst und sie nicht beeinflusst.
- Verboten: gekaufte, getauschte und beeinflusste Rezensionen. Dazu Bewertungen von Familie, Freunden und Geschäftspartnern.
- Das Risiko: Amazon kann Rezensionen löschen, Dein Konto sperren und Zahlungen zurückhalten.
- Realistisch: Rezensionen kommen langsam. Mein Buch E-BOOKINATOR hat in fünf Jahren 7 Bewertungen gesammelt. Bei wenigen Verkäufen sind null Rezensionen normal.
Brauchst Du bis nächste Woche 50 Rezensionen, hilft Dir dieser Beitrag nicht weiter. So schnell geht es nur mit gekauften, und genau die können Dich Dein Konto kosten.
Inhalt:
- Warum Rezensionen wichtig sind und warum sie dauern
- Was Amazon verbietet
- Erlaubte Wege: Leser um ihre ehrliche Meinung bitten
- Drei Mustertexte zum Kopieren
- Rezensionsexemplare: Was zulässig ist
- Familie und Freunde
- Test: Ist das erlaubt?
- Mit negativen Rezensionen umgehen
- Die eigene Leserliste als Grundlage
- Warnzeichen bei Rezensions-Dienstleistern
1. Warum Rezensionen wichtig sind und warum sie dauern
Ein möglicher Käufer kennt Dich nicht. Er sieht die Sterne, liest zwei, drei Meinungen und entscheidet dann. Und was Deine Leser loben oder kritisieren, zeigt Dir, was Du in der Buchbeschreibung betonen und in der nächsten Fassung verbessern kannst.
Wie stark Rezensionen das Ranking bei Amazon beeinflussen, kann Dir niemand seriös sagen. Amazon legt das nicht offen.
Und jetzt die unbequeme Wahrheit: Nur ein kleiner Teil der Leser schreibt überhaupt eine Rezension. Eine verlässliche Quote dafür gibt es nicht. Ich sehe es an meinen eigenen Büchern:
- Mein E-BOOKINATOR ist seit 2021 auf Amazon und hat heute 7 Bewertungen.
- Mein Buch „Wie Du in den nächsten 30 Tagen Deinen ersten Euro im Internet verdienst“ hat 3 Bewertungen.
- Zum Vergleich: Allein in diesem Jahr kamen meine fünf E-Books bis Mitte Oktober auf 114 Bestellungen, viele davon aus einer Gratis-Aktion.
Bei wenigen Verkäufen kommen also auch nur wenige Rezensionen zusammen. Das ist ärgerlich. Aber völlig normal. Und es ist kein Zeichen dafür, dass Dein Buch schlecht ist.
Rezensionen kommen also langsam. Umso wichtiger ist, dass Dein Buch ein klares Thema und eine klare Zielgruppe hat. Das gilt für Dein nächstes Buch genauso wie für die Überarbeitung Deines jetzigen.
Hol Dir die kostenlose Leseprobe meines E-BOOKINATORS. Das ist mein Handbuch dafür, wie Du ein E-Book planst, schreibst und verkaufst, bei Amazon und auf der eigenen Webseite. Dazu bekommst Du ein siebentägiges E-Mail-Coaching:
Noch ein Grund, warum es dauert: Rezensionen schreiben darf auf amazon.de nur, wer in den letzten zwölf Monaten mindestens 50 Euro mit einer gültigen Kredit- oder Debitkarte bei Amazon.de ausgegeben hat. Das betrifft Deine Leser, nicht Dich. Die meisten regelmäßigen Amazon-Kunden erfüllen das ohnehin, aber eben nicht jeder.
2. Was Amazon verbietet
Laut den Community-Richtlinien von Amazon sind unter anderem diese Dinge nicht erlaubt:
- Gekaufte Rezensionen: Amazon zählt als Vergütung ausdrücklich Bargeld, Rabatte, kostenlose Produkte, Geschenkkarten und Rückerstattungen. Auch die Erstattung des Kaufpreises nach einer Rezension gehört dazu.
- Rezensionstausch: „Ich bewerte Dein Buch, Du bewertest meins.“ Das betrifft auch organisierte Tauschgruppen.
- Bewertungen des eigenen Buches: auch nicht über ein Zweitkonto oder das Konto Deines Partners.
- Rezensionen von Angehörigen, Freunden, Arbeitgebern und Geschäftspartnern und von allen, die ein finanzielles Interesse an Deinem Buch haben.
- Negative Rezensionen für Konkurrenzbücher.
- Rezensionen, die in die Irre führen oder manipulieren sollen. Dazu gehört auch, Leuten etwas dafür anzubieten, dass sie eine Bewertung ändern oder löschen.
Bei Verstößen kann Amazon Rezensionen entfernen, Produkte entfernen, das Konto sperren oder kündigen und Zahlungen zurückhalten. Für Dich als Autor ist das der Ernstfall.
Dazu kommt die Rechtslage. Für Dich heißt das: Kauf keine Bewertungen und gib keine in Auftrag. Dann bist Du rechtlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf der sicheren Seite.
Die Begründung: Gefälschte Bewertungen abzugeben oder in Auftrag zu geben, ist nach EU-Recht als unlautere Geschäftspraxis verboten. Deshalb gilt die Regel in Deutschland und Österreich gleich. In beiden Ländern steht sie im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, kurz UWG.
In Deutschland steht das im Anhang zum UWG, Nummer 23c, gültig seit dem 28. Mai 2022. In Österreich steht es im Anhang zum österreichischen UWG, Ziffer 23c, gültig seit dem 20. Juli 2022.
Die Schweiz hat keine eigene Regel nur für Bewertungen. Gefälschte Bewertungen können dort aber als irreführende Angaben nach dem Schweizer UWG, Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe b, gelten.
Ich bin kein Rechtsanwalt. Wenn Du unsicher bist, sprich mit einem Anwalt für Wettbewerbsrecht.
3. Erlaubte Wege: Leser um ihre ehrliche Meinung bitten
Die gute Nachricht: Du darfst Deine Leser um eine Rezension bitten. Wichtig ist nur, wie. Die Community-Richtlinien gelten übrigens nicht für den Inhalt Deines Buches selbst. Eine Bitte auf der letzten Seite ist also kein Verstoß. Entscheidend ist der Wortlaut.
Meine Empfehlung für jede Bitte:
- Ohne Gegenleistung: kein Gutschein, kein Gewinnspiel, kein Bonus.
- Ohne Richtung: Du bittest um eine ehrliche Meinung, nicht um eine gute.
- An alle: Bitte nicht nur die Leser, von denen Du ein Lob erwartest. Amazon verbietet das nicht ausdrücklich. Ich rate trotzdem davon ab, weil es wie gezielte Beeinflussung wirkt, und die verbietet Amazon.
Die Bitte am Ende Deines Buches
Der natürlichste Ort für Deine Bitte ist die letzte Seite. Dein Leser ist gerade fertig und hat noch einen frischen Eindruck. Halte sie kurz, denn viele Kindle-Geräte zeigen am Buchende ohnehin eine Bewertungsabfrage an.
Kein „Bitte gib mir fünf Sterne“ und auch kein „Wenn Dir das Buch gefallen hat, …“. Der zweite Satz klingt harmlos, lenkt aber schon in eine Richtung.
Dein Buch ist schon online? Dann kannst Du die Bitte trotzdem noch einfügen.
Ergänze sie im Manuskript und lade die Datei bei KDP neu hoch. Nach der Prüfung ist die neue Fassung im Shop.
Wer das Buch schon gekauft hat, bekommt die neue Fassung automatisch, sobald er es nach Deiner Aktualisierung einmal schließt. Nur wer in seinen Kindle-Einstellungen die automatische Buchaktualisierung ausgeschaltet hat, muss selbst aktualisieren.
Wer Dein Buch schon fertig gelesen hat, sieht die Bitte allerdings kaum noch. Sie wirkt vor allem bei künftigen Lesern. Wie das Aktualisieren geht, steht in E-Book veröffentlichen: neue Versionen hochladen.
Die Bitte per E-Mail
Wenn Du bereits eine E-Mail-Liste hast, kannst Du Deine Abonnenten über das neue Buch informieren und sie um ihre ehrliche Meinung bitten, sobald sie es gelesen haben. Auch hier gilt: an alle, neutral, ohne Gewinnspiel und ohne Gutschein.
Noch keine Liste? Dann fang mit der Bitte im Buch und mit Rezensionsexemplaren an. Die Liste baust Du nebenher auf, wie in Kapitel 9 beschrieben.
Die Bitte an Deine Kunden oder Klienten
Arbeitest Du selbstständig, etwa in einer Praxis oder als Trainerin, sind Deine Kunden oft Deine ersten Leser. Kunden zählen nicht zu den Gruppen, die Amazon ausschließt.
Du darfst sie also genauso neutral um ihre ehrliche Meinung bitten wie alle anderen Leser, zum Beispiel mit einer kleinen Karte auf dem Tresen. Kunden, mit denen Du befreundet bist, lässt Du besser aus. Und biete keinen Rabatt auf Deine Leistung als Dank an, das wäre wieder eine Vergütung.
Die Grundlage: ein Buch, das Rezensionen verdient
Klingt banal, ist aber der wichtigste Punkt. Ein Ratgeber, der ein Problem wirklich löst, bekommt eher Rezensionen als einer, der nur an der Oberfläche kratzt. Genauso wichtig ist eine Buchbeschreibung, die ehrlich sagt, was das Buch leistet. Wer falsche Erwartungen weckt, erntet enttäuschte Rezensionen. Wie Du so eine Beschreibung schreibst, zeige ich Dir in Klappentext schreiben.
4. Drei Mustertexte zum Kopieren
Diese drei Texte halten sich an die Regeln oben. Pass sie an Deinen Ton und Dein Buch an. Wörter in eckigen Klammern ersetzt Du durch Deine eigenen. Siezt Du Deine Leser, stellst Du die Anrede einfach auf „Sie“ um.
Für die letzte Seite Deines Buches
Danke, dass Du dieses Buch gelesen hast. Wenn Du Dir eine Minute Zeit nimmst und Deine ehrliche Meinung auf Amazon teilst, hilfst Du anderen Lesern bei ihrer Entscheidung und mir bei der nächsten Fassung. Ob Lob oder Kritik: Beides ist willkommen.
Für Deinen Newsletter
Betreff: Mein neues Buch und eine Bitte Hallo [Vorname], mein Buch „[Titel]“ ist seit [Monat] bei Amazon erhältlich. Falls Du es schon gelesen hast, habe ich eine Bitte: Teile Deine ehrliche Meinung als Rezension auf Amazon. Das hilft anderen Lesern bei der Entscheidung. Ob Dir das Buch gefallen hat oder nicht, ist dabei egal. Jede ehrliche Meinung zählt. Danke Dir! [Dein Name]
Für eine Anfrage an Buchblogger
Hallo [Name], ich lese Deinen Blog zum Thema [Thema] schon eine Weile und habe ein Buch geschrieben, das gut zu Deinen Lesern passen könnte: „[Titel]“. Es richtet sich an [Zielgruppe]. Wenn Du Lust hast, schicke ich Dir gern ein kostenloses Exemplar als E-Book oder Taschenbuch. Eine Rezension ist keine Bedingung. Falls Du eine schreibst, freue ich mich über Deine ehrliche Meinung, auch wenn sie kritisch ausfällt. Viele Grüße [Dein Name]
5. Rezensionsexemplare: Was zulässig ist
Ein Rezensionsexemplar ist ein kostenloses Exemplar Deines Buches, das Du Lesern, Bloggern oder anderen Interessierten vor oder nach der Veröffentlichung gibst.
Bei Büchern erlaubt Amazon das ausdrücklich. In den Community-Richtlinien steht, dass Rezensionen zu kostenlosen oder vergünstigten Büchern vom Autor oder Verlag in Ordnung sind. Der Autor darf aber „nicht im Gegenzug eine Rezension verlangen oder versuchen, die Rezension zu beeinflussen“. Dasselbe steht in der KDP-Hilfe zu Kundenrezensionen.
Für Dich heißt das:
- Das Exemplar ist die einzige „Gegenleistung“. Kein Geld, keine Gutscheine, keine Extras.
- Du verlangst keine Rezension, und schon gar keine positive.
- Bekommst Du eine kritische Rezension, nimmst Du sie hin.
Muss der Rezensent dazuschreiben, dass er das Buch geschenkt bekommen hat? Amazon verlangt das in seinen Richtlinien nicht. Ich empfehle es trotzdem, etwa mit einem Satz wie „Ich habe vom Autor ein kostenloses Exemplar erhalten“. Das ist ehrlich gegenüber anderen Lesern und schützt Euch beide, falls jemand die Rezension als Werbung einstuft.
Wo findest Du Leser für Rezensionsexemplare? Die vier Wege im Vergleich:
| Weg | Was es kostet | Passt, wenn |
|---|---|---|
| Buchblogger und Instagram-Konten | Nur das Exemplar, dafür schreibst Du jeden einzeln an | Es zu Deinem Thema Blogs oder Konten mit Lesern gibt |
| Leserunde bei LovelyBooks | Anmeldung kostenlos, für die Leserunde brauchst Du einen Credit über einen Dienstleister oder ein Mediapaket | Dein Thema dort eine aktive Lesergemeinschaft hat |
| NetGalley | Preise für Autoren nur auf Anfrage | Du Rezensenten außerhalb Deines eigenen Umfelds suchst |
| Deine eigene E-Mail-Liste | Keine Zusatzkosten, braucht aber Zeit zum Aufbauen | Du langfristig planst, siehe Kapitel 9 |
Hast Du wie die meisten Selfpublisher direkt bei KDP veröffentlicht, fang mit Buchbloggern an. Bei LovelyBooks und NetGalley fragst Du vorher nach dem Preis.
Die Einzelheiten:
- Buchblogger und Instagram-Konten aus Deinem Themenbereich, mit dem Mustertext oben. Du findest sie über eine Google-Suche nach „[Dein Thema] Blog Buchrezension“ oder über Hashtags zu Deinem Thema auf Instagram. Achte darauf, ob dort schon Bücher besprochen werden. Das E-Book schickst Du am einfachsten als PDF oder EPUB per E-Mail. Für ein Taschenbuch bestellst Du bei KDP Autorenexemplare zum Druckkostenpreis.
- Leserunden bei LovelyBooks: Bei einer Leserunde lesen und besprechen mehrere Leser ein Buch gemeinsam. Die Anmeldung zum Autorenprogramm ist kostenlos. Für eine Leserunde mit Rezensionsexemplaren brauchst Du aber einen sogenannten Credit. Den bekommst Du über Deinen Verlag oder Selfpublishing-Dienstleister oder über ein Mediapaket, das Du selbst buchst.
- NetGalley vermittelt Bücher an Rezensenten. Die Preise für Autoren gibt es nur auf Anfrage.
Schau Dir vorher genau an, ob dort überhaupt Leser Deines Themas unterwegs sind. Für Ratgeber sind Fachblogger und Instagram-Konten zu Deinem Thema oft der bessere Weg. Und rechne damit, dass nicht jeder, der ein Exemplar bekommt, auch eine Rezension schreibt. Nachhaken mit Druck ist tabu.
6. Familie und Freunde: Warum Du sie nicht fragen solltest
Darf Mama eine Rezension schreiben? Nein. Auch nicht, wenn sie das Buch wirklich gelesen hat.
Amazon schließt Rezensionen von Angehörigen und Freunden ausdrücklich aus, ebenso von Arbeitgebern und Geschäftspartnern. Dazu zählen auch Dein Lektor oder ein Mitautor, wenn sie am Erfolg des Buches beteiligt sind. Entscheidend ist die enge persönliche Beziehung, nicht das Wort dafür. Für die Nachbarin, mit der Du befreundet bist, oder den Kollegen, mit dem Du regelmäßig Kaffee trinkst, gilt also dasselbe.
Und wenn Dein Sohn oder Deine Freundin schon bewertet hat, ganz ohne Deine Bitte? Das gilt trotzdem als Rezension mit enger Beziehung. Am einfachsten bittest Du sie, die Rezension in ihrem Amazon-Profil wieder zu löschen, bevor Amazon das selbst tut.
Abgesehen von der Regel sind solche Rezensionen selten hilfreich. Sie sind fast immer positiv und klingen oft ähnlich. Andere Käufer merken das. Und entfernt Amazon sie wieder, stehst Du schlechter da als vorher.
Was Familie und Freunde stattdessen für Dich tun können:
- Dein Buch in ihrem Umfeld weiterempfehlen
- Dir vor der Veröffentlichung ehrliches Feedback zum Manuskript geben
- Deine Beiträge in sozialen Netzwerken teilen
Das hilft Dir mehr als drei Lobeshymnen, die vielleicht wieder verschwinden.
Echte Leser, die Dein Buch ehrlich bewerten, findest Du am leichtesten über Deine eigene Webseite und Deinen Newsletter. Wie Du das aufbaust, zeige ich Dir Schritt für Schritt.
Hol Dir die kostenlose Leseprobe meines E-BOOKINATORS. Das ist mein Handbuch dafür, wie Du ein E-Book planst, schreibst und verkaufst, bei Amazon und auf der eigenen Webseite. Dazu bekommst Du ein siebentägiges E-Mail-Coaching:
7. Test: Ist das erlaubt?
Bist Du Dir bei einer Idee unsicher? Klick bei jeder der zwölf Situationen auf Deine Einschätzung. Du siehst sofort, ob sie stimmt und warum. Es gibt keine Punkte zu verlieren, der Test soll Dir nur ein Gefühl für die Regeln geben.
Test: Erlaubt oder nicht?
Grundlage sind die Community-Richtlinien von Amazon und die KDP-Hilfe, Stand Oktober 2026. Der Test ersetzt keine Rechtsberatung.
8. Mit negativen Rezensionen umgehen
Früher oder später kommt sie: die erste Ein-Stern-Bewertung. Das tut weh. Im Ernst.
Trotzdem ist eine negative Rezension kein Weltuntergang. Ein Buch mit ausschließlich Fünf-Sterne-Bewertungen wirkt auf viele Käufer eher verdächtig als eines mit einer ehrlichen Mischung.
Was Du tun kannst
- Durchatmen und nicht sofort reagieren. Lies die Rezension mit etwas Abstand noch einmal.
- Den Kern prüfen. Steckt eine berechtigte Kritik darin, ein fehlendes Kapitel, Tippfehler, eine unklare Erklärung? Dann hast Du kostenloses Feedback bekommen und kannst das E-Book überarbeiten.
- Melden, wenn Regeln verletzt werden. Beleidigungen, Spam oder Rezensionen, die sich gar nicht auf Dein Buch beziehen, meldest Du über den Link „Missbrauch melden“ bei der Rezension. Ob sie entfernt wird, entscheidet Amazon.
Was Du lassen solltest
Löschen lassen kannst Du eine Rezension nicht, nur weil sie Dir nicht gefällt. Eine ehrliche, wenn auch harte Meinung ist erlaubt. Öffentlich antworten kannst Du bei amazon.de ohnehin nicht mehr, die Kommentarfunktion unter Rezensionen gibt es seit Ende 2020 nicht mehr. Und bitte niemanden, eine negative Bewertung zu ändern. Das fällt unter Beeinflussung.
9. Die eigene Leserliste als langfristige Grundlage
Jetzt kommt der Punkt, der aus meiner Sicht der wichtigste in diesem ganzen Beitrag ist.
Die Käufer Deines Buches auf Amazon sind Amazons Kunden, nicht Deine. Du bekommst keine Namen und keine E-Mail-Adressen. Du kannst Dich also nicht bei ihnen melden, wenn Dein nächstes Buch erscheint. Ändert Amazon morgen die Regeln oder sperrt Dein Konto, sind diese Leser weg.
Genau deshalb sehe ich meine Bücher bei Amazon vor allem als Einstieg. Im September habe ich meine E-Books fünf Tage lang verschenkt, um neue Leser zu gewinnen. Im besten Fall kommen sie danach auf meine Webseite, tragen sich in meinen E-Mail-Verteiler ein und bleiben.
So fängst Du an
- Biete im Buch einen echten Mehrwert an, zum Beispiel eine Checkliste, eine Vorlage oder ein Zusatzkapitel. Schreibst Du einen Ratgeber zum Gemüseanbau auf dem Balkon, könnte das ein Pflanzkalender als PDF sein.
- Verlinke auf eine eigene Seite mit diesem Material. Achtung: KDP erlaubt in E-Books Links zu ergänzenden Materialien und zu Deiner thematischen Webseite. Links direkt auf Formulare, die E-Mail-Adressen oder andere persönliche Daten abfragen, sind laut KDP-Hilfe zu Links nicht erlaubt. Am sichersten ist eine Seite, auf der das Material ohne Pflicht-Anmeldung abrufbar ist. Dort kannst Du zusätzlich Deinen Newsletter anbieten.
- Halte Dich an den Datenschutz. Das musst Du nicht diese Woche lösen. Merk Dir nur: Du brauchst einen Newsletter-Anbieter (einen Dienst, über den Du Deine Rundmails verschickst), eine Datenschutzerklärung und das Double-Opt-in-Verfahren. Dabei bestätigt der Leser seine Anmeldung noch einmal per E-Mail.
- Schreib Deiner Liste regelmäßig, nicht nur, wenn Du etwas verkaufen willst.
Wenn Du Deine Bücher zusätzlich direkt über Deine eigene Webseite verkaufst, bekommst Du die Kontaktdaten Deiner Käufer gleich mit. Mehr Ideen, wie Du Dein E-Book bekannt machst, findest Du in E-Book vermarkten. Und meine eigenen Zahlen bei Amazon zeige ich Dir in E-Books bei Amazon verkaufen: meine Erfahrungen.
Wie Du aus einzelnen Lesern eine eigene Leserliste machst und Dich damit unabhängiger von Amazon aufstellst, ist ein großer Teil des E-BOOKINATORS. Hol Dir die kostenlose Leseprobe meines E-BOOKINATORS. Das ist mein Handbuch dafür, wie Du ein E-Book planst, schreibst und verkaufst, bei Amazon und auf der eigenen Webseite. Dazu bekommst Du ein siebentägiges E-Mail-Coaching:
10. Warnzeichen bei Rezensions-Dienstleistern
Spätestens nach der Veröffentlichung landen in Deinem Postfach oder in Gruppen Angebote, die Dir schnelle Bewertungen versprechen. Finger weg. So eine Nachricht zu bekommen, ist kein Verstoß. Antworte nicht und lösch sie, oder melde sie wie unten beschrieben.
An diesen Punkten erkennst Du unseriöse Angebote:
- Eine feste Anzahl an Rezensionen wird zugesagt. Wer echte Leser vermittelt, kann nicht wissen, wie viele davon schreiben.
- Positive Bewertungen werden versprochen. Schon die Erwähnung von Sternen ist ein klares Warnsignal.
- Du bezahlst pro Rezension statt für eine Vermittlung.
- Der Kaufpreis wird erstattet, damit die Rezension als „verifizierter Kauf“ erscheint.
- Der Kontakt läuft anonym, oft über Messenger-Dienste, ohne Impressum und ohne Firmenadresse.
- Die Texte kommen fertig formuliert, von Menschen oder einer KI. Vorgefertigte Rezensionen sind genauso gefälscht wie gekaufte.
- Du sollst Zugangsdaten herausgeben oder Rezensionen über fremde Konten posten lassen.
Bietet Dir jemand Geld oder Vorteile für Rezensionen an, kannst Du das bei Amazon über das Formular „Rezensionsvergütung melden“ anzeigen. Dafür meldest Du Dich mit Deinem Amazon-Konto an.
Was Du diese Woche tun kannst
Fünf Schritte, die Du ohne Reichweite und ohne Budget schaffst:
- Kopiere den Mustertext für die letzte Seite heute in Deine Notizen. Am Computer fügst Du ihn ins Manuskript ein und lädst die Datei bei KDP neu hoch.
- Mach den Test und prüf, ob Du bisher etwas gemacht hast, das gegen die Regeln verstößt.
- Hat jemand aus Familie oder Freundeskreis Dein Buch schon bewertet, bitte ihn, die Rezension wieder zu löschen.
- Such drei Buchblogger oder Instagram-Konten zu Deinem Thema heraus und schreib sie mit dem Mustertext an.
- Hast Du Kunden oder Klienten, leg eine Karte mit der neutralen Bitte aus.
Fazit: Ehrlich dauert länger, hält aber
Rezensionen für Dein Buch zu bekommen, ist Geduldsarbeit. Abkürzungen gibt es keine. Erlaubt ist, Leser neutral um ihre ehrliche Meinung zu bitten und kostenlose Rezensionsexemplare ohne Bedingungen zu vergeben. Gekaufte, getauschte und beeinflusste Bewertungen sind verboten, und auch Familie und Freunde bleiben außen vor.
Meine eigenen Bücher zeigen, wie langsam das geht: 7 Bewertungen in fünf Jahren für den E-BOOKINATOR. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern der Normalfall. Wichtiger als jede einzelne Rezension ist, dass aus Deinen Lesern Deine eigenen Leser werden.
Dein nächster Schritt: Überleg Dir, welches Zusatzmaterial Du Deinen Lesern anbieten kannst, damit aus Käufern Deine eigenen Leser werden. Wie Du Dein Buch bei Amazon veröffentlichst, liest Du in meiner Anleitung zum Bücherverkauf auf Amazon.
Hast Du schon Erfahrungen mit Rezensionsexemplaren oder unseriösen Angeboten gemacht? Nutze gerne die Kommentarfunktion. Ich freue mich, von Dir zu hören!
Viel Erfolg!
Häufige Fragen
Wie bekomme ich die ersten Rezensionen für mein E-Book?
Bitte am Ende Deines Buches und, falls vorhanden, über Deine E-Mail-Liste neutral um eine ehrliche Meinung. Zusätzlich kannst Du Buchbloggern oder Leserunden kostenlose Rezensionsexemplare anbieten, solange Du keine Rezension verlangst und sie nicht beeinflusst. Rechne damit, dass es dauert.
Darf ich Freunde oder Familie bitten, mein Buch zu bewerten?
Nein. Amazon schließt Rezensionen von Angehörigen, Freunden, Arbeitgebern und Geschäftspartnern ausdrücklich aus und kann sie entfernen. Bitte Deine Freunde lieber um Feedback zum Manuskript oder um eine Weiterempfehlung.
Sind kostenlose Rezensionsexemplare erlaubt?
Ja, bei Büchern erlaubt Amazon kostenlose oder vergünstigte Exemplare vom Autor oder Verlag. Du darfst aber im Gegenzug keine Rezension verlangen und nicht versuchen, sie zu beeinflussen. Ein Hinweis des Rezensenten auf das kostenlose Exemplar ist bei Amazon keine Pflicht, aber empfehlenswert.
Was passiert bei Verstößen gegen die Rezensionsregeln?
Wer keine Bewertungen kauft, tauscht oder in Auftrag gibt, hat damit nichts zu tun. Bei Verstößen kann Amazon Rezensionen und Produkte entfernen, das Konto sperren oder kündigen und Zahlungen zurückhalten. Gefälschte Bewertungen sind in Deutschland und Österreich außerdem nach dem UWG verboten. Bei solchen Verstößen können Mitbewerber, bestimmte Verbände und Kammern auf Unterlassung klagen, in Österreich auch die Bundeswettbewerbsbehörde. In Deutschland geht dem meist eine Abmahnung voraus. Lass Dich bei Unsicherheit von einem Anwalt beraten.
Kann ich negative Rezensionen löschen lassen?
Nein, nicht nur, weil sie negativ sind. Eine ehrliche, kritische Meinung ist erlaubt. Verstößt eine Rezension gegen die Richtlinien, etwa durch Beleidigungen oder Spam, meldest Du sie über „Missbrauch melden“. Ob sie entfernt wird, entscheidet Amazon.
Wie bitte ich im Buch um eine Rezension, ohne gegen Regeln zu verstoßen?
Bitte alle Leser kurz um ihre ehrliche Meinung, ohne Gegenleistung und ohne Hinweis darauf, wie die Bewertung ausfallen soll. Vermeide Sätze wie „Wenn Dir das Buch gefallen hat“. Einen fertigen Mustertext findest Du oben im Beitrag.
Warum wird meine Rezension nicht angezeigt?
Auf amazon.de darf nur rezensieren, wer in den letzten zwölf Monaten mindestens 50 Euro mit einer gültigen Kredit- oder Debitkarte bei Amazon.de ausgegeben hat. Außerdem prüft Amazon Rezensionen und entfernt solche, die gegen die Richtlinien verstoßen, zum Beispiel wegen einer engen Beziehung zum Autor.
Darf ich im E-Book auf meinen Newsletter verlinken?
Links zu Deiner thematischen Webseite und zu ergänzenden Materialien sind bei KDP erlaubt. Links direkt auf Formulare, die E-Mail-Adressen oder andere persönliche Daten abfragen, sind laut KDP nicht erlaubt. Verlinke deshalb auf eine Seite mit Zusatzmaterial, auf der Du den Newsletter zusätzlich anbietest.